Naturgruppe - Ameisenbande

 

 

 

1. Allgemeines

 

Die Naturgruppe „Ameisenbande“, die als Einrichtungszugehörige Gruppe des Kindergartens Maria Goretti geführt wird, wurde im Mai 2014 gegründet.

Unsere Absicht ist es, den Kindern ein facettenreiches, natürliches Umfeld zu bieten, indem ihre Entwicklung ganzheitlich gefördert wird.

 

 

2. Rahmenkonzeption

 

 

Hintergrund

Aus der jahrelangen Erfahrung und den gewonnenen Erkenntnissen bei der Durchführung von Waldwochen und Naturtagen auf die positiven Verhaltensveränderung der Kinder, entstand die Idee zur Gründung einer Naturgruppe.

 

Pädagogische Zielsetzung

Um die ganzheitliche Entwicklung und die Erfüllung jeglicher Bedürfnisse des Kindes in der Natur zu gewährleisten, haben sich einige Ziele für die pädagogische Arbeit in der Naturgruppe ergeben. Es sollen folgende physische und psychische Fähigkeiten gefördert werden:

 

 

Motorik

 

Grob- und Feinmotorik (Befestigung von Gegenständen, Auffädeln, schnitzen ,hämmern und sägen, Mal - und Bastelarbeiten)

Körperkoordination (Klettern, Balancieren, Unwegsames Gelände erkunden)

Kraft und Ausdauer (Möglichkeiten körperliche Grenzen zu erfahren)

 

 

 

Umwelterziehung

 

Durch das Erleben der jahreszeitlichen Rhythmen und Naturerscheinungen sowie gezielt kreativen pädagogischen Angeboten soll das Wissen zum Thema Jahreszeiten, Tiere, Pflanzen, Gefahren in der Natur und dem Wetter vermittelt werden.

Außerdem lernen die Kinder einen wertschätzenden Umgang mit der Lebensgemeinschaft Wald und des Lebens überhaupt.

 

 

 

 

Sinneswahrnehmung

 

In der natürlichen Umgebung werden die Sinne der Kinder ganzheitlich gefordert und dadurch auch gefördert. Durch die entschleunigende Wirkung speziell in der Natur, erhalten die Kinder die Möglichkeit, ihre Sinne bewusster wahrzunehmen. Beispielweise durch das Spüren von Nebel auf der Haut, tasten verschiedener Oberflächen oder Hören verschiedener Geräusche aus der Umgebung.

 

 

 

 

Kognitive und soziale Kompetenzen

 

Entwicklung eines lösungsorientierten Denkens in Problemsituationen durch den Austausch mit den anderen Kindern und dem individuellen erproben eigener Vorstellungen. Fähigkeiten wie Empathie, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Zusammenarbeit werden durch das gemeinsame agieren in einer überschaubaren Gruppe optimal gefördert. Zudem sind die Kinder nicht durch vorgefertigtes Spielzeug abgelenkt und somit stärker dazu angeregt, mit anderen Gruppenmitgliedern zu sprechen.

 

 

 

 

Religiöse Erziehung

 

Die pädagogische Arbeit der Naturgruppe orientiert sich an den religiösen Werten der katholischen Kirche. Diese werden beispielsweise im alltäglichen Zusammenspiel der Gruppe deutlich, bei dem Kinder sich stetig gegenseitig unterstützen. Gleichzeitig bewahren wir die Schöpfung zu der alle Gegenstände und Lebewesen unseres täglichen

Gebrauchs gehören.

 

 

 

 

Spracherziehung und Vorschule

 

Durch gezielte Angebote, bei denen die Kinder beispielsweise zum Erzähler werden oder sich aktiv an einer erzählten Geschichte beteiligen, wird der Wortschatz und die grammatikalische Kompetenz des Kindes gefördert.

 

 

 

 

Förderung von Fantasie und Kreativität

 

Ohne vorgefertigtes Spielmaterial, mit viel Zeit zum freien Spiel und der Grenzenlosigkeit des natürlichen Raumes, erweitern die Kinder eigenständig ihr Ideenrepertoire

 

 

 

 

Gesundheit

 

Die Kinder lernen den Bedürfnissen ihres Körpers gerecht zu werden und sich dem Wetter entsprechend zu kleiden. Zugleich wird der natürliche Bewegungsdrang von Kindern befriedigt.

Die oben genannten Ziele werden in der pädagogischen Arbeit stetig vor Augen gehalten und mit bestem Wissen und Gewissen verfolgt.

 

 

 

 

 

Standorte

Waldrand am Kalvarienberg oberhalb des Sportplatzes.

 

Personal

Das Team der Naturgruppe besteht momentan aus zwei pädagogischen Fachkräften. Dies ist das feste Personal der Gruppe, welches für alle Kinder gleichermaßen verantwortlich ist.

Erzieherin: Kreuzer Bettina

Kinderpflegerin: Rita Märtl.

Durch die eigene Begeisterung an und für die Natur und den natürlichen Lebensraum, hat sich ein Team gefunden, dass mit seinem Ideenreichtum und der jahrelangen pädagogischen Erfahrung ein vielseitiges Programm für die Kinder schaffen kann.

Wir sind stets offen für Wünsche und Anregungen in Bezug auf die Naturgruppe. Außerdem ist es uns sehr wichtig, dass Sie und Ihr Kind sich wohl fühlen.

 

Anmeldung

Die Anmeldung für die Naturgruppe erfolgt gleichzeitig mit der regulären Anmeldung für den Kindergarten im Januar (Termine werden in der Presse bekannt gegeben).  Kinder, die den Kindergarten bereits besuchen, können sich während des Jahres anmelden.

 

Elternarbeit

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist sehr wichtig und beinhaltet folgende Aspekte:

- ausführliche Informationen über die Naturtage

- Einblicke in die pädagogische Arbeit

- Einladung zu Veranstaltungen der Einrichtung

- Information über das Verhalten des Kindes in der Natur

- Fotodokumentation und Aushänge am schwarzen Brett im Kindergarten

Eine konstante Kooperation zwischen Eltern und dem Personal der Naturgruppe wird angestrebt.

 

Feste/Feiern

Die Feste und Feiern des Jahreskreises der Kirche und der Einrichtung, werden in der Naturgruppe ebenfalls durchgeführt. Hierbei wird den Umständen entsprechend agiert. Zu den ausgewählten Festen werden die Familien gerne auch in die Natur eingeladen.

 

Bring - und Abholzeiten

Frühdienst:         ab 7.30 Uhr

Bringzeit:            von 8.00 - 8.30 Uhr

Abholzeiten:       von 12.30-13.00 Uhr

                           von 13.00 - 13.30 Uhr

 

Schließzeiten/ Ferien

Die Schließzeiten orientieren sich an den regulären Schließtagen des Kindergartens. Diese werden rechtzeitig von der Einrichtung bekannt gegeben. Die Regelung in den Schulferien wird sein, dass die Naturgruppe in dieser Zeit nicht stattfindet. Dies gewährleistet sowohl den Überstundenabbau von Mitarbeitern als auch die Planungsfreiheiten für neue Projekte und Angebote.

 

3. Grundprinzipien

 

Tagesablauf

Die Freispielzeit beginnt für die Ameisenkinder gleich nach dem Ankommen. Sie können sich am Ameisenplatz, im Geheimgang, im Zauberwald oder am Spielplatz beschäftigen. Sind Ausflüge oder Aktionen geplant, wird der Bringort rechtzeitig bekannt gegeben. Die Naturkinder halten sich auch öfter im Wald beim Koboldsnest auf.

Morgenkreis

Ein festes Ritual in der Naturgruppe ist, wie auch im Regelkindergarten, der Morgenkreis. „Fred“ unsere Handpuppe, begrüßt die Kinder und stimmt ein Lied oder spricht mit den Kindern ein Gebet. Außerdem stehen folgende Punkte beim Morgenkreis auf dem Programm:

  • Bestimmung des Datums

  • Anwesenheitsliste (mit dem Würfel oder einer Kastanienkette werden fehlende Kinder nochmals „abgezählt“)

  • Wetterbericht (Wie ist das Wetter heute? Hat es geregnet? Wie viel Grad hat es ca.? Wer hat heute schon den Wetterbericht gehört?)

  • Anwesenheitsliste

  • Informationen über das Tagesprogramm

  • Regelbesprechung

  • Wünsche für den Tag seitens der Kinder

Schlusskreis

Ein Schlusskreis findet je nach Angeboten und Aktivitäten der Kinder kurz vor Aufbruch in den Kindergarten statt.

Dieser beinhaltet:

  • Reflexion des Tages

  • Kreis- und Singspiele

  • Wünsche und Anregungen für die nächsten Tage

  • Verabschiedung

Freispielzeit

Auch in der Naturgruppe nimmt die Freispielzeit den größten Teil des Tagesablaufs ein. Im Freispiel können die Kinder ihren Spielort, Spielkameraden und die Dauer des Spiels eigenverantwortlich festlegen. Um die Aufsichtspflicht zu gewährleisten, dürfen sich die Kinder nur innerhalb eines bestimmte Terrains bewegen und nicht außer Sichtweite eines Kinderpflegers/Erziehers sein.

 

Brotzeit

Die Brotzeit findet jeden Tag gegen 10:00 Uhr gemeinsam mit den Kindern und dem Personal statt.

Dazu verteilen sich bei schönem Wetter alle auf Holzbänkchen mit Unterlage rund um den Lagerfeuerplatz. Bei kaltem Wetter und Regen gehen wir zum Essen in den geheizten Container. Wichtig ist es, eine geeignete Brotzeit in der Natur dabei zu haben (keine Jogurts, keine Süßigkeiten). Gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle und wird den Kindern vermittelt.

 

Regeln

Für die Ameisenbande gelten bestimmte Regeln, welche kontinuierlich besprochen bzw. wiederholt werden. Die neun „W´s“ dienen der Sicherheit der Kinder und dem Schutz der Natur:

  1. Wir bleiben in Sichtkontakt.

    An Wegabzweigungen und Kurven warten wir auf den Rest der Gruppe.
  1. Wir rennen nicht mit Stöcken oder Werkzeug.

  2. Wir nehmen nichts aus der Natur in den Mund oder essen es.

  3. Wir fassen keine toten Tiere oder Kot an.

  4. Wir quälen keine Tiere und reißen keine Pflanzen aus.

  5. Wir waschen nach einem Toilettengang und vor der Brotzeit gründlich Hände. Essen, welches auf dem Boden lag, wird entsorgt.

  6. Wir pflegen einen angemessenen Umgang mit unserem Werkzeug und Materialien.

  7. Wir spielen nicht auf Einrichtungen wie z.B. Hochsitzen etc.

  8. Wir sind freundlich und höflich zu den Menschen, denen wir begegnen.

Pädagogische Angebote

Zusätzlich zum Freispiel werden die Kinder in gezielten pädagogischen Angeboten gefördert.

Die Auswahl der Themen orientieren sich am:

  • Jahreskreis, Feste und Feiern

  • Interessen der Kinder

  • natürlichen Kreislauf

  • Entwicklungsstand der Kinder

  • Förderbedarf der Kinder

Der Grundbaustein der pädagogischen Angebote bilden die unter Punkt „Pädagogische Zielsetzung“ beschriebenen Ziele.